Passwörter kosten mehr, als sie einbringen. Sie brauchen sichere Speicherung, einen Weg zum Zurücksetzen – der wiederum über E-Mail läuft und damit ohnehin die Adresse zum eigentlichen Schlüssel macht –, und sie werden von einem großen Teil der Nutzer mehrfach verwendet.

Auf einem Portal, auf dem man sein Profil zweimal im Jahr anfasst, ist der Verzicht darauf keine Bequemlichkeit, sondern eine Verkleinerung der Angriffsfläche.

Wie es abläuft

Adresse eingeben, Link per Mail bekommen, anklicken. Der Link gilt dreißig Minuten und funktioniert genau einmal. In der Datenbank steht davon nur eine Prüfsumme – wer sie liest, kann daraus keinen gültigen Link bauen.

Das Detail, das leicht übersehen wird

Das Anmeldeformular antwortet immer gleich: „Falls zu dieser Adresse ein Profil besteht, ist der Anmeldelink unterwegs.“ Auch wenn es die Adresse nicht gibt.

Der Grund ist keine Förmlichkeit. Antwortete das Formular unterschiedlich, wäre es eine Auskunftsstelle darüber, wer hier ein Profil hat – abfragbar für jeden, mit jeder beliebigen Adressliste. Dieselbe Überlegung gilt beim Anlegen eines Profils: Ist die Adresse schon vergeben, sagt die Seite es nicht, sondern die betreffende Person bekommt eine Nachricht.

Und die doppelte Bestätigung?

Beim Anlegen eines Profils kommt ein zweiter Schritt hinzu: Erst nach dem Klick in der Bestätigungsmail geht das Profil in die redaktionelle Prüfung. Auch das ist keine Formalität. Hier entsteht eine öffentliche Seite mit dem Namen eines Menschen – ohne Nachweis, dass die Adresse dieser Person gehört, könnte jeder jeden eintragen.